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Ladies of Harley“ – Die Queens der Straßen
 - es sollte meine erste Begegnung mit den Harley Ladies werden!!

Meine Mutter, mein Vater, meine Onkels, meine Tanten, meine Freunde- einfach alle mit denen ich spreche
 bekommen strahlende Augen, wenn sie nur das Wort "Harley" hören.

Ich wollte es genauer wissen und bin mitgefahren zur
11. Biker Mania nach Saalbach - Hinterglemm.

Was ich erlebt habe könnt Ihr in dem anhängenden Bericht lesen und
vielleicht geht es Euch dann genau wie mir - 

- ich verstehe die Ladies jetzt!!



Ladies of Harley“ – Die Queens der Straßen!
(von Jesse Bassing - Kolumnistin der Harley Friends Forever)

Saalbach-Hinterglemm. Ein lautes Tuckern, fast wie ein Donner, der Boden vibriert, ein Klang wie ein alter 2-Takter Bulldog. Die Berge von Saalbach-Hinterglemm geben das Donnern noch lauter und tiefer wieder. Im ersten Moment hört es sich so an, als ob ein starkes Gewitter heranzieht. Doch was da auftaucht, sind Harley Davidson-Motorräder. Der Geruch von Benzin und Öl liegt in der Luft. Und ein schwarz – oranges Meer in den Farben von Harley Davidson ist sichtbar.
„Welcome to Bikermania“ – so werden die Harleyfahrer am Ortseingang von Saalbach-Hinterglemm zum viertägigen Harleytreffen begrüßt. Am „Check-In“ zur Bikermania fährt eine Gruppe von Harleyfahrern vor. Sie parken ihre Maschinen in Reih und Glied, steigen von ihren bis zu 500 Kilogramm schweren Maschinen, nehmen ihre Helme ab – und unter zwei Helmen kommen auch zwei Frauen-Gesichter zum Vorschein. „Endlich in Hinterglemm“, sagt Trudi, eine der beiden Harley-Fahrerinnen, lächelnd. Zusammen mit einer Gruppe von Bikern, die sich „Harleyfriends forever“ nennt, fährt sie jedes Jahr mit ihrer Harley nach Hinterglemm zur Bikermania und trifft dort Biker-Freunde aus Deutschland, Österreich, Schweden und der Schweiz.
Die meisten assoziieren mit dem Begriff „Harley Davidson“ wohl dicke, PS-starke Motorräder, die von alten Rockern in Lederkluft mit langen Zauselbärten durch endlose nordamerikanische Wüsten gesteuert werden. „Es ist neu in der Szene, dass immer mehr Damen, und damit meine ich auch junge attraktive weibliche Wesen, bei den Bikern nicht nur ‚schmückendes Beiwerk’ als Mitfahrerinnen sind, sondern selbst ihre Maschinen steuern.“, erklärt Ulrike Hofer, Leiterin der Werbeagentur der Bikermania.
Aus diesem Grund wurde heuer bei der Bikermania ein neuer Schwerpunkt mit „Ladies of Harley (LOH)“ gesetzt – mit Cocktailempfang für die Frauen, einer extra Tour „for Ladies only“, Modenschauen und einer Abschiedsparty der „Ladies of Harley“.
So führte zum Beispiel Herbert Gschwendtner, ORF Radio Moderator und Harley-Fan, die Damen bei einer Ausfahrt nach Wagrain und Kleinarl, wo man der österreichischen Sportlerin des 20. Jahrhunderts, Annemarie Moser-Pröll, einen Besuch abstattete.
„Als ich das erste Mal vor acht Jahren in Hinterglemm bei der Bikermania war, war ich ganz begeistert von den Frauen, die selbst Harley gefahren sind. Ich hatte zuvor noch nie so viele Frauen mit eigenen Harleys gesehen“, erzählt Trudi. Nachdem sie mit ihrem Mann, der auch Harley fährt, gesprochen hatte, erfüllte sie sich den Wunsch des Motorradführerscheins und der eigenen Harley. „Den Motorradführerschein zu schaffen war richtig gut für mein Selbstbewusstsein.“, so Trudi. „ Und allein Harley fahren ist einfach Freiheit pur“, ergänzt sie, „das ist wie so ein Kick.“
Aber was ist so besonders an einer Harley Davidson? „Harley fahren ist eine Lebenseinstellung“, erklärt Bernd, der Mann von Trudi. „Und jede Maschine passt zu seinem Fahrer und ist wie zugeschnitten nur für diese Person.“ Harley Davidson ist seit 1903 eine legendäre Motorradmarke und hat einen hohen Kultstatus. Jedes Motorrad ist auf eine gewisse Art und Weise individuell und einmalig. Unterschiede zeigen sich zum Beispiel in unterschiedlichen Anbauteilen wie Lenker, Räder, Schutzbleche, Tanks und Sitzbänke, durch unterschiedliche Ausstattung sowie durch die von Modell zu Modell unterschiedliche Farbpalette. Der Charakter einer Harley Davidson lässt sich also nicht nur auf Technik oder Design reduzieren.
„Eine Harley klingt für mich wie Musik“, erzählt Angy, Harley-Beifahrerin, die auch mit den „Harleyfriends Forever“ in Hinterglemm ist. Das Rasseln des Motors, das Blubbern des Auspuffs, das Vibrieren der ganzen Maschine beim Fahren und das Knistern des sich abkühlenden Metalls nach Ende der Fahrt machen die Harley für seine Fahrer so besonders. „Eine Harley hat eine Seele“, so die Biker.
Jeden Abend auf der Bikermania kann man solchen Themen in der Dorfschmiede, einem Treffpunkt der Harleyfriends, lauschen. Ein uriges Lokal mit vielen Holzbalken, altem Eisen, der Geruch von Steaks liegt in der Luft und ein nicht unbedingt niedriger Lärmpegel herrscht – Die Biker treffen sich zu einem Bier, reden über ihre Maschinen und Harley-Touren, lachen viel und sitzen gemütlich beisammen. An einem Tisch extra sitzen die Harley-Frauen – und trinken Prosecco statt Bier. Auch bei ihnen herrscht eine lockere, ausgelassene Stimmung. „Ich nehme mir hier mal eine Auszeit vom normalen Leben.“, so Angy. Die fünf restlichen Frauen stimmen ihr zu und trinken genüsslich einen Schluck Prosecco. „Hier ist alles so locker, alle sind offen, einfach total unkompliziert. Es ist jedes Jahr wie ein großes Familientreffen in Hinterglemm“, so die „Ladies of Harley“.
Mit ihrer Harleykluft sind die Frauen auch immer wieder ein Blickfang für die Männer. Zwar mit Lederklamotten, „aber stilvoll“, so die Frauen. Das Harley-Embleme auf der Jeansjacke ist mit Strasssteinen besetzt, dazu Harley-Ohrringe und ein großer Ring, statt Diamant wieder ein Harley-Embleme. Ganz nach dem Harley-Slogan „Wir verkaufen einen Lebensstil - das Motorrad gibt es gratis dazu" sind die Harley-fahrenden Frauen mehr am Lifestyle als an der Technik einer Harley interessiert. Es gibt mittlerweile sogar eine Kollektion von Harley, die nicht in den Standard-Farben schwarz-orange, sondern in rosa ist – extra für die „Ladies of Harley“.
Etwa 1000 Harleyfahrerinnen waren unter den 9000 Bikern in Hinterglemm. Ulrike Hofer von der Bikermania-Werbeagentur meint, dass die Zahlen an Harley-fahrenden Frauen von Jahr zu Jahr steigen, „Die Gruppe der Harley-Fahrerinnen wurde auch jetzt von der Industrie als Zielgruppe ‚entdeckt’ “. Manuel Wolf, Hoteldirektor vom Hotel „Zur Dorfschmiede“, will das Angebot für die „Ladies of Harley“ auch weiter ausbauen – Bikermania kombiniert mit Wellness oder ähnlichem.
An einer Bar vor dem Lokal „Dorfschmiede“ treffen sich die  „Harleyfriends Forever“ wieder. Ein Geruch von Benzin und verbranntem Gummi liegt in der Luft. Vom Zelt nebenan kommt laute Musik – rockige Oldies – gemischt mit dem Klang der Harleys, die immer wieder vorbei fahren. Etwa 4000 Menschen sind in Hinterglemm, das zur Bikermania nur „Harley-Village“ genannt wird, jeden Abend auf den Straßen unterwegs. Angy und Alex, beide Frauen vom Harley-Fieber gepackt, diskutieren, wie ihre Harleys einmal aussehen sollen. „Tief mit einem fetten Arsch“, so Angy. Also eine Harley, mit tiefer Sitzbank und ganz breitem Hinterreifen. Alex hat auch schon ganz genaue Vorstellung: „Nächstes Jahr komme ich mit meiner Harley – die wird rosa mit Puscheln an den Spiegeln.“
Doch was denken die männlichen Biker über die weiblichen Harley-Fahrer? „Ich finde das total super“, sagt Charly, ein Harleyfahrer und Tuner aus Bozen, „ich hab total Respekt vor Frauen, die eine eigene Maschine fahren – die Harleys sind ja auch ganz schön schwer.“ Es gebe ja auch kleinere Maschinen, die man richtig schön für Frauen herrichten könnte, erklärt der Harley-Tuner weiter. In Hinterglemm stoßen Harley-fahrende Frauen überhaupt nicht auf Missachtung oder keinen Respekt – im Gegenteil. Auch Bernd, Trudis Mann, ist stolz, dass seine Frau selbst Harley fährt. „Die Frauen sind in unsrer Harley-Gruppe komplett integriert, da gibt es keine Unterschiede zwischen Mann und Frau.“ Er fügt jedoch lächelnd hinzu, dass auf die Frauen beim Fahren schon ein besonderes Auge geworfen werde.
Harley fahren ist eine Lebenseinstellung, da sind sich alle einig. Und es verbindet jung und alt und Mann und Frau. Daher werden in geselliger Runde bereits die nächsten Treffen der „Harleyfriends forever“ geplant. Dann vielleicht mit zwei weiteren Bikern – „Beim nächsten Mal fahren wir selbst“, lachen Angy und Alex.


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Donnerstag, 09.September 2010

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